Pandora ihre DNA-Analyseergebnisse

Verena

Ich finde es unglaublich spannend, welche DNA-Tests uns mittlerweile zur Verfügung stehen. Auch wenn ich mit Pandora keine Zuchtabsichten habe, interessiert es mich immer, etwas über die genetischen Informationen unserer Hunde zu erfahren. Daher haben wir natürlich beim Santa-Special von Feragen zugeschlagen und Pandora testen lassen.

Welche Tests haben wir bei Pandora durchführen lassen?

Das Santa-Special setzte sich aus den folgenden Test zusammen:
Dog-Check 4.0
DNA-Profil ISAG2020
DLA Haplotypenbestimmung
inkl. Zusatzanalysen
(HZ-Zwergwuchs (Schäferhund), Patentpanel (CEA, DM, EIC, HNPK, PRA-PRCD)

Ablauf

Da Feragen nun eine neue Plattform bietet, haben wir uns dort zunächst registriert und unseren Hund angelegt. Anschließend haben wir das Test-Kit bestellt und für Pandora aktiviert. Die Blutprobe wurde von unserem Tierarzt abgenommen und an das Labor geschickt. Wie immer verlief alles problemlos und unkompliziert. Die Ergebnisse sind dann direkt auf der Feragen-Website abrufbar und können dort selbst heruntergeladen werden.

Ergebnisse

Von insgesamt 213 analysierten genetischen Erkrankungen ist Pandora bei 212 frei – sie ist also kein Träger. Auch alle weiteren Ergebnisse sind erfreulich und unproblematisch.

Der einzige Schwachpunkt, den wir feststellen konnten, ist, dass sie auf Degenerative Myelopathie (Klassische Variante – Exon 2) – DM – SOD1A mit
M/M = Gefährdet getestet wurde und somit ein Risikoträger ist.

Natürlich war unsere erste Reaktion ein Schreckmoment. Doch es ist wichtig zu verstehen, dass eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung nicht automatisch bedeutet, dass der Hund tatsächlich erkrankt oder jemals Symptome entwickeln wird.

DM – Degenerative Myelopathie

Die degenerative Myelopathie (DM) ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die typischerweise erst ab dem 8. Lebensjahr auftritt.

Bei betroffenen Hunden beginnt die Krankheit meist mit einem schmerzfreien, fortschreitenden Erschlaffen der Beckengliedmaßen und einer unkoordinierten Bewegung. Dies geht über in Muskelatrophie, Ataxie und Inkontinenz und endet schließlich in einer vollständigen Lähmung der Hinterhand. Aufgrund der schweren Symptome versterben betroffene Hunde in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Jahren nach den ersten Anzeichen der Erkrankung – häufig wird jedoch bereits etwa ein Jahr nach Symptombeginn eine Euthanasie durchgeführt.

DM wird autosomal-rezessiv vererbt, das bedeutet, dass nur Hunde, die das mutierte Gen von beiden Elternteilen geerbt haben, ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung tragen. Zwar können in seltenen Fällen auch heterozygote Hunde Symptome zeigen, doch die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer. Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle genetisch betroffenen Hunde tatsächlich erkranken: Nach aktuellen Studien entwickeln nur sehr weniger Hunde die homozygot getesteten sind auch tatsächlich DM. Für Pandora (Deutscher Schäferhund) ergibt sich aus aktuellen Studien eine Erkrankungswahrscheinlichkeit von etwa 6-8 %.

https://generatio.de/sites/default/files/2021-03/Manz%20und%20Krawczak%20SOD1%20Nutzen%2020171220.pdf

Für uns ist es dennoch hilfreich, über Pandoras genetische Disposition Bescheid zu wissen. Sollte sie im höheren Alter Symptome zeigen, können wir diese somit frühzeitig richtig zuordnen und entsprechend handeln. Natürlich machen wir uns Sorgen und haben auch Angst, dass sie erkranken könnte. Doch wir wissen, dass Pandora bei uns ein schönes und erfülltes Hundeleben hat – und genau darauf kommt es an.